Zum Brunnen an der Mühlenruine kommen selten Gäste.
Seine fünf sprudelnden Säulen unterhalten sich den ganzen Tag.
Ganz leise werden sie, wenn ein Besucher sich verirrt.
Heute ist es ein Mann mit schwarzem Hut.
Sein Telefon dröhnt wie eine Alarmglocke.
Hastig kramt die faltige Hand in der Manteltasche.
Sein heiseres Hallo begrüßt die andere Seite.
Die Wassersprudel lauschen gespannt.
Ein langes Gespräch beginnt.
Der Mann sagt immer häufiger nein, du hast nicht recht.
Eine blecherne Stimme erwidert, lass dir das gesagt sein.
Unterm schwarzen Hut wird das Gesicht flammenrot.
Hör endlich auf mich zu belehren, krächzt der Mann voller Wut.
Ein unangenehmes Lachen kommt als Echo zurück.
Erschrocken spuckt der Brunnen dicke Fontänen in die Luft.
In einem letzten Versuch keucht der Mann, lass mich endlich in Ruhe.
Doch wieder ertönt es, gib doch zu, ich habe recht.
Der Mann brüllt du Besserwisser, schleudert den Apparat in das Wasser.
