Zeit haben

Angestrengt sucht das Auge,
wo die Röhre am Kanal verschwindet,
für den neugierigen, vorsichtigen Blick ins Innere,
erscheint das Licht als pfenniggroßer Punkt,
aus der Ferne ertönen Posaunenklänge,
der mächtige Schall gleitet,
an den runden Wölbungen herüber,
die tiefen, harten Töne,
setzen Überlegungen frei,
wer schwingt mit seinen Lippen,
das Kesselmundstück so meisterhaft,
die außergewöhnliche Klangvielfalt erinnert daran,
sich öfter Zeit zu schenken,
Zeit soll sehr kostbar sein,
sagen Menschen oft,
wer beherzigt diese Wahrheit wirklich,
absurde Zwänge beherrschen jeden Versuch,
Kraft, Ehrlichkeit, Frohsinn,
sollten dem entgegentreten,
unbemerkt nähert sich der Musiker,
noch einmal verzaubert er die Ohren,
mit einem sanften Glissando,
sein glückliches Gesicht erübrigt die Frage,
wie machst du das?

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